Posted by: konradbaumgarten | January 27, 2010

Wie Tiere auf der Schlachtbank

Maurer schiesst auf Chef und bringt sich um.
BUCHS-DÄLLIKON ZH – Im Industriequartier ist ein Angestellter einer Immobilienfirma durchgedreht: Er schoss dreimal auf seinen Chef. Danach richtete sich der Schütze selbst.

In Buchs-Dällikon ZH ist ein Angestellter der Immobilienfirma Tescon AG Amok gelaufen: Laut der Polizei habe der Täter – ein 57-jähriger Italiener aus Dielsdorf – heute Morgen kurz vor sieben Uhr nach einem Streit auf seinen Vorgesetzten (58) geschossen. Der Amokläufer habe zwei Waffen bei sich gehabt.

Vorgesetzter in Lebensgefahr

Der Chef ergriff die Flucht. Doch der Amokschütze Alessandro C.* verfolgte ihn und schoss zwei weitere Male auf ihn. Der Vorgesetzte wurde lebensgefährlich verletzt.

Alessandro C. soll danach geflohen sein. Doch ein Mitarbeiter (49) habe ihn verfolgt. Deswegen gab der Amokschütze weitere Schüsse ab, so Valentino Benvenutti, Mitglied der Geschäftsleitung gegenüber Blick.ch. Dabei sei der Verfolger verletzt worden.

Die Arbeitskollegen des Schützen konnten sich in benachbarte Betriebe flüchten. Bei den Verletzten handelt es sich um Schweizer: den Verwaltungsratspräsidenten der Tescon AG und der im gleichen Gebäude ansässigen Sanitärfirma Hans Brun AG. Der zweite Verletzte ist ein leitender Angestellter der Immobilienfirma.

Laut einem Mitarbeiter der Sanitärfirma sei dieser nur leicht verletzt worden und habe das Spital schon wieder verlassen können. Der Verwaltungsratspräsident musste sich einer Not-Operation unterziehen. Gemäss Tescon AG sei sein Zustand inzwischen stabil.

Der Schütze richtete sich selbst

Alessandro C. habe nach der Tat noch «vor dem Haus rumgeschossen», so Benvenutti, der die Firma in dieser aussergewöhnlichen Situation nach aussen vertritt. Dann richtete sich der Maurer selbst.

Laut Polizei fielen beim Eintreffen am Tatort gerade die letzten Schüsse. Beim Täter handelt es sich um einen Maurer, der seit zwei Jahren bei der Firma in Buchs tätig ist. «Er hatte vier Kinder und war verheiratet», so Benvenutti.

Mir ist nicht bekannt ob der Amokschütze seine Waffen legal besass. Er hatte aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keine Waffentragbewilligung und hatte daher die Waffen illegalerweise bei sich. Man kann folgendes festhalten:

  • Man ist hier um Haaresbreite einer schrecklichen Tragödie entgangen,
  • Waffenverbote hatten auf den Täter keinerlei abschreckende Wirkung,
  • solche Vorfälle können überall geschehen und
  • die Polizei wird nur in den seltensten  rechtzeitig vor Ort sein um zu verhindern, dass ein Blutbad geschieht.

Die von einem Amoklauf unmittelbar Betroffenen überleben daher nur, wenn der Amokläufer sie bewusst verschont oder wenn er aus anderen Gründen gerade nicht dazu kommt, sie zu töten. Diesen “First Responders” ist es aber nicht erlaubt, selber die Initiative zu ergreifen, um die eigene Haut zu retten. Sie müssen vielmehr passiv den Lauf der Dinge abwarten. Ihnen wird aufgrund unserer restriktiven Waffengesetzgebung von Vornherein das elementarste Grundrecht verweigert: jenes sich selber wirksam zu verteidigen. Es hätte womöglich gereicht, wenn ein einziger Mitarbeiter der fraglichen Unternehmung die Erlaubnis gehabt hätte, zum Selbstschutz eine Waffe mit sich zu führen und einzusetzen, um sich und seine Kollegen zu beschützen. Nur dann wären diese Menschen nicht dazu verdammt gewesen, wie Tiere auf der Schlachtbank zitternd und ohnmächtig abzuwarten, ob die Hilfe von aussen noch rechtzeitig kommen wird.

Deshalb gibt es nur eines: das grundsätzliche bürgerliche Recht, Waffen zu tragen, muss wieder eingeführt werden.


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