Posted by: konradbaumgarten | January 13, 2011

Zwei Gedanken zur Waffeninitiative

Übrigens: Natürlich gehört zu einem freiheitlichen Waffenrecht auch das Recht, keine Waffen zu besitzen. Es ist vom Staat genauso anmassend, seine Bürger zu zwingen, eine Ordonannzwaffe zu hause zu haben, wie wenn er ihnen verbietet, grundsätzlich Waffen zu besitzen. Das Problem der Anti-Waffeninitiative ist aber, dass sie die Frage des privaten Waffenbesitzes an sich über den Umweg über die Ordonannzwaffen regeln will. Nach dem Motto:

“Täusche den Gegner über deine wahren Absichten und lenke seine Aufmerksamkeit auf Unwesentliches, und du wirst das Wesentliche kampflos erhalten.” (Konrad Baumgarten)

Ausserdem: Warum weist eigentlich niemand drauf hin, dass eine Annahme der Initiative die Enteignung wohl hunderttausender von privaten und zum Teil sehr wertvollen Waffen zur Folge hätte? Wie stellt man sich das vor? Klopft eines Tages ein Vollzugsbeamter an der Türe und bittet (hölflich, unter Androhung von polizeilicher – bewaffneter – Staatsgewalt) um Herausgabe der privaten Feuerwaffen? Sollen unbescholtetene Bürger in der freiheitlichen Schweiz gezwungen werden, privates und rechtmässig erworbenes Eigentum gegen ihren Willen dem Staat herauszugeben? Was kommt als nächstes? Der Offroader in der Garage? Das japanische Küchenmesserset? Die Pornofilmsammlung?


Responses

  1. Die Initiative auferlegt dem auch zukünftig noch Waffen besitzen wollenden einen
    Bedürfnisnachweis, sagt aber nichts darüber aus, wie so ein Bedürfnis begründet ist.

    Es wird also per Gesetz viele tausend
    Waffenbesitzer geben die nun deswegen enteignet werden. Kann damit aber wirklich Leben gerettet werden?
    Tja, dazu sollte man sich vielleicht mal einige Länder
    vor Augen führen die ihre Bürger rigoros entwaffnet haben.
    England das beste Beispiel verfehlter Gesetzgebung.
    Nach
    “Dunblane“ suchte man sein Heil in einem völligen Waffenverbot. Folge in den 10 Jahren seither war allerdings eine
    Zunahme der Gewaltkriminalität von 40 %.
    Auf die Suizidrate hatte es ebenfalls keinerlei Einfluss.
    Also das
    Waffenverbot blieb ohne jeden der so oft vorausgesagten positiven Effeket, ja man kann sagen, dass Gegenteil ist der
    Fall.
    Australien, Waffenverbot seit 2003, nicht nur Einschränkung sondern weitgehendes Verbot.
    Folge, eine geradezu
    überbordender Anstieg der Gewaltkriminalität.
    Luxemburg….
    Die Mordrate in Luxemburg ist trotz Waffenverbot für Private
    Bürger wesentlich höher als in den übrigen Ländern der EU…. 2.1 auf 100‘000 Einwohner im Gegensatz zu 1.2 in Israel
    und 1.1 in der Schweiz, welche die tiefste Rate aufweist.
    Also hat das Waffenverbot auch in Luxemburg den gewünschten
    Effekt erzielt… ja?
    Keine Waffen in der Hand gesetzestreuer Bürger aber eine doppelt hohe Mordrate, nun das dürfte es
    aber so gar nicht geben, wenn man linker Argumentation folgt.
    Nun noch zu den USA.
    Unter diesem Link eine Statistik
    der NRA.
    http://www.nraila.org/Issues/FactSheets/Read.aspx?id=206&issue=007
    Crimes per 100,000 population.
    Total
    Violent
    Aggravated
    Year Crime Murder Rope Robbery Assault
    1991 758.1 9.8 42.3 272.7 433.3
    2008 457.5 5.4 29.7 145.7 276.7
    2009 429.4 5.0 28.7 133.0 262.8
    Trend 2008-
    2009 -6% -8% -4% -9% -5%
    Trend 1991-
    2009 -43% -49% -32% -51% -39%
    Also was sagt und diese Statistik?
    Das die USA eine hohe Gewaltrate haben ist bekannt, aber die Statistik belegt
    eindrücklich, dass eine steigende Anzahl von Waffen nicht mit einer steigenden Anzahl der Fälle von Gewaltkriminalität
    einhergeht.
    Nein, sie belegt das Gegenteil dessen, nämlich eine sinkende Rate und das obwohl US Bundesstaaten wie
    Florida seit Anfang der 90igerjahre Waffentragscheine in grosszügiger Weise ausstellen.

    • Wer denkt, dass der Anstieg von Kriminalität in England mit dem Waffenverbot zusammenhängt, ist einfach nur unglaublich schlecht informiert.
      Die Kriminalitätsrate dort steigt an, weil die Bevölkerung in den Vorstädten perspektivenlos und arm ist. Teilweise herrschen dort Ghettoszenarien vor, welche ein Schweizer niemals erwarten würde.

      Das Beispiel Amerika ebenfalls grauenhaft wie gerade bewiesen wurde. Wenn praktisch jeder Psychopat eine Waffe haben kann, um dann eine Politikerin seiner Wahl anzuschiessen und noch einige andere umzubringen – dann müssen die dort vorherrschenden Waffengesetze ja hervorragend sein…nicht wahr?

      Ausserdem geht es in der Initiative darum, die Potentielle Gefahr aus den Haushalten zu bringen, welche der Staat gratis an jeden Rekruten abgibt. Dieses System der zu Hause gehaltenen Ordonanzwaffe ist übrigens, mit den umliegenden modernen Ländern verglichen, veraltet. Bis auf den unglaublich tollen Armeechef der Schweiz denkt wohl kaum einer daran, dass der Schweiz eine Invasion durch Deutschland droht, wo dann jeder echte Schweizer sein Sturmgewehr packt um sich zur nächsten Kaserne zu kämpfen.

      Wer gegen diese Initiative stimmt, nimmt dafür in Kauf, dass weiterhin hunderte von Haushalten mit Waffen bedroht werden. Er nimmt in Kauf, dass Fälle wie der von Zürich Höngg weiterhin keine Ausnahme sind.
      Und Wofür? Damit er sich besser fühlt weil er eine Waffe hat? Damit er allenfalls etwas kompensieren kann, das ihm sonst fehlt??


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