Posted by: konradbaumgarten | May 1, 2011

Waffenkenntnisse als Teil des Allgemeinwissens

Mit Waffen grundsätzlich umgehen zu können, ist wie Auto fahren: es ist Teil der Allgemeinbildung. Und sei es nur, um in gefährlichen Situationen seine eigenen Chancen zu erhöhen bzw. um die Risiken zu minimieren. Man nehme als Anschauungsbeispiel das Drama, das sich kürzlich in einem Zug im Gotthardtunnel abgespielt hat. Ein Mann übergiesst sich mit Benzin und erschiesst sich mit einer Faustfeuerwaffe (da die Medien den kleinen Unterschied zwischen Pistole und Revolver nicht kennen, bleibt unklar, womit er sich wirklich das Leben genommen hat). Dass man irgendwann in seinem Leben mal so einer Szene beiwohnen muss, ist zwar unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen. Dabei kann es durchaus auch sein, dass man dann auch mit einer Schusswaffe konfrontiert wird. Ein Minumum an Waffenkenntnis kann dabei genau so lebensrettend sein, wie die Grundlagen des letzten Nothelferkurses anwenden zu können (via Blick):

Es ist Donnerstagabend, 20.50 Uhr, als Stefan Z. in Arth-Goldau SZ den Intercity ICN 691 besteigt. Er hat einen Rollkoffer dabei. Darin, wie sich später herausstellt, vier Kanister Benzin. Doch die anderen Passagiere können es nicht ahnen.

Er trägt einen Revolver, in dem vier Kugeln stecken. Und einen Waffengurt mit vier Ersatzpatronen. (…)

Kurz vor 22 Uhr – der IC ist gerade im dunklen Gotthard verschwunden – steht Z. auf, nimmt seinen Koffer und verschwindet durch die Tür. Von den Passagieren unbemerkt, öffnet er den ersten Kanister, begiesst die offen stehende Toilette, die Wände, den Türrahmen zwischen den Kompositionen und den Eingangsbereich mit Benzin. Er setzt sich auf die Stufe vor dem Ausstieg, übergiesst auch sich selbst, zieht die Waffe – und schiesst sich in den Kopf.

Von dem scharfen Knall aufgeschreckt, eilen Graf und ihr Mann zum Ausgang – und stehen vor -einem grässlichen Anblick: «Der Mann bewegte sich noch leicht. Die Pistole lag unweit daneben. Es stank fürchterlich nach Benzin und Pulver.» Aus einem Kanister rinnt Treibstoff ins Abteil. (…)

Den Passagieren bleibt nichts anderes übrig, als über den Selbstmörder zu steigen. Ein Passagier kickt die Waffe weg, ein anderer räumt den Benzinkanister aus dem Weg.

Eine am Boden liegende Feuerwaffe mit dem Fuss zu treten ist vermutlich nicht die beste Idee. Hätten Sie aber gewusst, wie man eine unbekannte Feuerwaffe sicher in die Hand nimmt, wie man ihren Ladezustand prüft und wie man sie sicher entlädt? Wenn ja, sind Sie vielleicht Teil der Gun Culture. Wenn nicht, ist es wohl an der Zeit, dass Sie an Ihrer Allgemeinbildung arbeiten! Mit diesem Wissen verhält es sich nämlich wie mit den Waffen im Allgemeinen: Lieber haben und nicht brauchen als brauchen und nicht haben.


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